Zollkrieg bedroht globalen Schifffahrtshandel
Michael Brach, Präsident des deutschen Containerterminalbetreibers Eurogate Group, sagte kürzlich in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur Xinhua, dass die Zollpolitik der neuen US-Regierung die globalen Handelsbarrieren erhöhen und den globalen Schifffahrtshandel gefährden könnte.
„Ein Zollkrieg ist der falsche Ansatz. Er wird nicht nur die Rohstoffpreise erhöhen und das Handelsvolumen verringern, sondern könnte auch die Lieferketten stören und die globale Schifffahrtsnachfrage beeinträchtigen“, sagte Brach.
Brach sagte, dass die Schifffahrtsindustrie im internationalen Handel eine wichtige Rolle spiele. Sie sei nicht nur langfristigen Belastungen wie der Energiewende und zunehmend strengeren Umweltauflagen ausgesetzt, sondern werde auch von Faktoren wie geopolitischen Konflikten und handelspolitischen Unsicherheiten beeinflusst. Er forderte alle Parteien dazu auf, zusammenzuarbeiten, um Alternativen zu Zollschranken zu finden und sicherzustellen, dass sich der Freihandel in die richtige Richtung bewegt.
Brach sagte, der globale Handel habe die Länder in den vergangenen Jahrzehnten einander näher gebracht, was nicht nur den wirtschaftlichen Wohlstand gefördert, sondern auch eine positive Rolle bei der Wahrung des Friedens gespielt habe. Er sagte, dass der Seetransport das wichtigste Handelsmittel zwischen der EU und China sei: „China verfügt über eine weltweit führende Hafeninfrastruktur und Schifffahrtskapazitäten. Durch den gemeinsamen Aufbau der ,Belt and Road‘-Initiative und internationale Investitionen hat China wichtige Beiträge zur Optimierung des globalen Logistiksystems geleistet und eine Schlüsselrolle bei der Stabilisierung des internationalen Handels und der Förderung des globalen Wirtschaftswachstums gespielt.“
Als bedeutender Containerterminalbetreiber in Europa pflegt die Eurogate-Gruppe seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen. Brach erläuterte, dass die Euromen-Gruppe eine große Menge an Waren aus China umschlage und diese über große Containerterminals wie den Hamburger Hafen, den Bremer Hafen und den Wilhelmshafen in Deutschland in verschiedene Teile Europas verteile. Diese enge Zusammenarbeit fördert nicht nur das Wachstum von Oumens Geschäft, sondern hilft auch chinesischen Unternehmen, auf dem europäischen Markt zu expandieren. Es ist ein Modell des gegenseitigen Nutzens und einer Win-Win-Situation.
Im vergangenen Monat schloss die Direktverbindung „China-Europa-Express“, die den chinesischen Hafen Ningbo-Zhoushan mit dem deutschen Wilhelmshaven verbindet, erfolgreich ihre Jungfernfahrt ab. Die Reise dauert nur 26 Tage und verkürzt die Transportzeit für den Handel zwischen Europa und China erheblich. Es handelt sich derzeit um die schnellste direkte Route vom chinesischen Jangtse-Delta nach Europa.
Mit Blick auf die Zukunft glaubt Brach, dass die Schifffahrtskooperation zwischen der EU und China noch ein enormes Wachstumspotenzial bietet. In Zukunft wird sich die Schifffahrtskooperation zwischen beiden Seiten in Richtung Effizienz, Nachhaltigkeit und Intelligenz entwickeln. „Wir freuen uns darauf, die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen weiter zu vertiefen, voneinander zu lernen und gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung der globalen Schifffahrtsbranche beizutragen.“