Kanada, Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island haben eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht
Laut einem Bericht der Berliner Zeitung vom 15. März haben die Regierungschefs Kanadas, Norwegens, Schwedens, Dänemarks, Finnlands und Islands am 15. März in Oslo eine Vereinbarung zur Vertiefung der Zusammenarbeit in Bereichen wie Verteidigungsindustrie, Wirtschaft und Arktissicherheit getroffen. Reuters berichtete, dass dieses Treffen Teil der Strategie des kanadischen Premierministers Mark Carney sei, ein neues Bündnis der Mittelmächte zu schmieden, um die Abhängigkeit von den USA zu verringern.
Der Bericht zitierte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit den Worten: „Die alte Weltordnung ist vorbei und wird wohl nicht wiederkehren.“ Sie betonte, dass eine neue Ordnung geschaffen werden müsse – eine Ordnung, die auf gemeinsamen Werten basiere.
Konkret planen die sechs Länder, die Verteidigungsproduktion auszuweiten und die Koordinierung bei der Rüstungsbeschaffung zu verstärken. Carney erklärte demnach, dass unkoordinierte Ausgaben weder im Interesse der Steuerzahler noch förderlich für die öffentliche Sicherheit seien. Er sagte, die Länder würden zwar weiterhin Verteidigungsgüter aus den Vereinigten Staaten beziehen, aber gleichzeitig die Beschaffungskooperation mit einem breiteren Spektrum an Partnerländern ausbauen.
Der Bericht führte außerdem aus, dass die sechs Staats- und Regierungschefs in einer gemeinsamen Erklärung vom 15. zu regelmäßigeren Treffen auf allen Ebenen zugesagt hätten. Die Erklärung umfasste verschiedene Themen, darunter die Sicherheit in der Arktis, die kollektive Verteidigung und den Handel. Darüber hinaus planten die teilnehmenden Länder eine engere Zusammenarbeit bei Zukunftstechnologien wie Quantencomputing, künstlicher Intelligenz, Satelliten- und Raumfahrttechnik sowie bei der Sicherung wichtiger Rohstoffe und zuverlässiger Lieferketten.
Das Treffen in Oslo war Teil einer umfassenderen außenpolitischen Neuausrichtung, die der kanadische Premierminister Carney im Januar auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos skizzierte. In seiner mit Spannung erwarteten Rede erklärte er, die regelbasierte Weltordnung sei gescheitert, und rief die anderen Länder zur Zusammenarbeit beim Aufbau einer neuen Ordnung auf.
Carney erklärte in Davos, Großmächte nutzten die wirtschaftliche Integration zunehmend als Druckmittel, und multilaterale Institutionen wie die WTO und die UN seien stark geschwächt worden. Deshalb müssen sich die Mittelmächte zusammenschließen, um nicht im Großmachtspiel zu Opfern zu werden. Carney brachte es in Davos treffend auf den Punkt: „Wer nicht mit am Tisch sitzt, steht auf der Speisekarte.“