Sollte die Straße von Hormus blockiert werden, stünde Japan vor zwei großen Risiken

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Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran haben Japans Energiesicherheit schwer beeinträchtigt. Das größte Risiko besteht in der eingeschränkten Durchfahrtsmöglichkeit der lebenswichtigen Seestraße durch die Straße von Hormus. Berichten zufolge hat der Iran ein Verbot für alle Schiffe verhängt. Eine faktische Blockade hätte, sollte sie andauern, enorme Konsequenzen.

Die Straße von Hormus liegt zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel und ist an ihrer schmalsten Stelle nur 33 Kilometer breit. Da ein Viertel des weltweiten Ölhandels durch sie verläuft, gab es in der Vergangenheit bereits zahlreiche Befürchtungen hinsichtlich einer möglichen Blockade oder ähnlicher Situationen.

Während des Iran-Irak-Krieges in den 1980er Jahren griffen beide Seiten Öltanker mit Raketen an, um die Ölexporte des Gegners zu unterbinden. Der Iran erwähnte die Möglichkeit einer Blockade, als die USA und Europa 2011 Wirtschaftssanktionen gegen sein Atomprogramm verhängten und die erste Trump-Regierung 2018 aus den Atomverhandlungen ausstieg. Auch für den Fall eines Angriffs der USA und Israels im Juni 2025 deutete der Iran eine Blockade an.

Bislang hat der Iran jedoch nie eine solche Blockade verhängt. Er wäre nicht nur vom Export seines eigenen Öls abgehalten, sondern müsste wahrscheinlich auch China, seinen größten Ölimporteur, berücksichtigen. Die Ermordung des Obersten Führers Khamenei nährt jedoch die Befürchtung, dass der Iran entschlossen sein könnte, seine Maßnahmen zum Exportverbot zu nutzen und zu einer umfassenden Blockade zu eskalieren.

Japan bezieht 96 % seiner Rohölimporte aus dem Nahen Osten, die größtenteils durch die Straße von Hormus transportiert werden. Sollte das Embargo verlängert werden, ergeben sich zwei große Bedenken hinsichtlich der Energiesicherheit. Ein Risiko besteht in möglichen Versorgungsengpässen. Japan hat jedoch aus den beiden Ölkrisen der 1970er-Jahre gelernt und verfügt derzeit über Reserven, die für etwa 250 Tage des Inlandsverbrauchs ausreichen. Das Risiko wird sich nicht sofort bemerkbar machen, und es bleibt Zeit, alternative Bezugsquellen zu finden.

Das andere Risiko sind steigende Rohölpreise. Diese Herausforderung betrifft die gesamte Welt, trifft Japan aber besonders hart, da die Beschaffungskosten aufgrund der Yen-Abwertung bereits steigen. Japans Abhängigkeit vom Nahen Osten bei Flüssigerdgas (LNG), das zur Stromerzeugung und für die Stadtgasversorgung genutzt wird, liegt derzeit bei etwa 10 %. Da die LNG-Importpreise jedoch an die Rohölpreise gekoppelt sind, werden auch die damit verbundenen Kosten zwangsläufig steigen.